Jiu-Jitsu Stile und Historie

Ein Vergleich der Jiu-Jitsu-Systeme zeigt: Jiu-Jitsu / Jiujitsu-Karate ist ein zeitgemäßes, auf die Realität bezogenes Selbstverteidigungssystem.

Jiu-Jitsu / Jiujitsu-Karate

Seit 1906 in Deutschland gelehrt und praktiziert, passt sich stetig den aktuellen Gegebenheiten und Angriffssituationen an und berücksichtigt Techniken aus den verschiedensten Systemen und kann somit gegen alle Kampf-und Angriffsarten bestehen. Jiu-Jitsu / Jiujitsu-Karate bevorzugt Schlag- u. Stoßtechniken, Hebel- u. Wurftechniken, Haltegriffe und Würgegriffe.

Brazilian Jiu-Jitsu

Bekannt durch Ultimativ-Kämpfe, bevorzugt den Bodenkampf und finalisiert Mann-gegen-Mann Kämpfe meist mit Hebel- oder Würgetechniken.

Ju-Jutsu

Wurde von Judo-Meistern 1969 entwickelt und ist eine wettkampfbezogene Selbstverteidigung.

Judo

Entstand aus dem Jiu-Jitsu und ist ein in Gewichtsklassen eingeteilter Wettkampfsport und besteht aus Wurf- u. Hebeltechniken, Würge- u. Festhaltegriffen im Rahmen der Sportregeln und ist bedingt zur Selbstverteidigung geeignet.

Der Pionier des Jiu-Jitsu in Deutschland

Erich Rahn (01.05.1885 - 05.07.1973)

10. Dan Jiu-Jitsu Pionier des Jiu-Jitsu - und Judo-Sports in Deutschland stammte aus einer angesehenen Berliner Kaufmannsfamilie. Die Beziehungen seines Vaters reichten bis China und Japan. In seinem Hause verkehrte der kaiserlich-japanische Botschafter. Bei deren Besuchen spielte der Knabe Erich mit den Söhnen des Botschafters. Die japanischen Kinder waren ungefähr gleichaltrig, aber gegenüber Erich Rahn, wirkten Sie wie Zwerge. Bei gelegentlich freundschaftlichen Raufereien "erledigten" sie Erich Rahn immer wieder im Handumdrehen. Viel später erfährt er, daß er durch das Jiu-Jitsu der Japaner bezwungen wurde. Diese Erfahrung hat er nie vergessen und war fest entschlossen Jiu-Jitsu eines Tages selbst zu lernen.

Er sah den japanischen Kämpfer Katsukuma Higashi im Zirkus Schumann am Schiffbauerdamm in Berlin, wie er in Sekundenschnelle einen größeren und stärkeren Mann durch Jiu-Jitsu zu Boden zwang. Rahns Begeisterung potenzierte sich derart, dass er Higashi überredete, ihm Unterricht in Jiu-Jitsu zu geben.

Hier beginnt nun die Geschichte des Jiu-Jitsu - und Judo-Sports, dessen Verbreitung Erich Rahn bereits in jungen Jahren plante und betrieb.

Der 21jährige, nunmehr Meister im Jiu-Jitsu, entschloß sich 1906 in einem Hinterzimmer einer Kneipe in Berlin-Mitte (Niederwallstrasse am Spittelmarkt) den ersten Unterricht in Jiu-Jitsu zu geben. Damals noch mit wenig Erfolg, da er erkennen mußte, daß das japanische Jiu-Jitsu noch nicht perfektioniert war. Abgestimmt auf den Europäer baute er diverse Techniken aus anderen Kampfsportarten ein.

Durch Vorführungen und Kämpfe wurde die Berliner Polizei auf ihn aufmerksam (1910). Bald darauf knüpften sich Verbindungen zum Militär. Dies bedeutete für ihn den Durchbruch. In beiden Bereichen erteilte Erich Rahn Unterricht in Jiu-Jitsu, bis der Beginn des 1. Weltkrieges für eine Unterbrechung seiner Lehrtätigkeit sorgte.

In den Jahren nach dem Krieg trat Erich Rahn wieder gegen Ringer und namenhafte Boxer an und machte gewissermaßen eine Promotion-Tour, bevor er 1921 wieder eine Schule in Berlin-Schöneberg eröffnen konnte. In der Schule in der Hauptstraße 5 konnte er den Lehrbetrieb fortführen, bis er 1944 vor den Scherben des 2. Weltkrieges stand, denn damals wurden seine Räumlichkeiten ausgebombt.

Selbst nach Kriegsende war es nicht einfach, wieder eine Kampfsportschule zu betreiben, da die Besatzungsmächte keinerlei Kampfsport erlaubten. Bei den Engländern schmolz als erstes das Eis und so kam es, daß er bei den Westalliierten Jiu-Jitsu lehrte. 1950 allerdings war es soweit, daß Erich Rahn im Alter von nunmehr 65 Jahren seine Schule wiedereröffnete - wiederum in Berlin-Schöneberg in der Hauptstraße 109.

Zu diesem Zeitpunkt war schon ein Schüler in die Schule eingetreten, der später Erich Rahns Nachfolge antreten sollte: Ditmar Gdanietz, heute Ehrenvorsitzender des "Deutschen Jiu-Jitsu Ring Erich Rahn e.V." trat 1957 der Schule Rahn bei und gehörte zu den eifrigsten Schülern und bald auch zu seinen Trainern. Zu dieser Zeit ging Erich Rahn bereits am Stock, da die unzähligen Kämpfe seine Knie in Mitleidenschaft gezogen hatten. 1966 wurde Ditmar Gdanietz zum Cheftrainer des DJJR ernannt.

Am 1. Mai 1972 übergab Erich Rahn an seinem 87. Geburtstag Ditmar Gdanietz seine Schule und setzte ihn als seinen Nachfolger ein. Gut ein Jahr später verstarb Erich Rahn nach kurzer schwerer Krankheit. Seitdem führte Ditmar Gdanietz ( † 26.05.2008) die "Kampfsportschule Rahn" in Berlin bis Ende 2006.

Text: Mit freundlicher Genehmigung des DJJR

 

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